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Konzept

Konzeption Kinderkrippe

Nachfolgend wird ein Auszug aus der Konzeption bereitgestellt.
Die vollständige Konzeption für die Kinderkrippe Orangerie liegt im Downloadbereich.

Grundgedanken der Montessori-Pädagogik (in Entwicklungsstufe 1)

Beobachtung und immanenter Bauplan

Die tägliche Beobachtung des Kindes ist für unsere Einrichtung ein grundlegender Baustein der Montessori-Pädagogik, aus dem sich all unsere weiteren pädagogischen Schritte ableiten.

„Es gibt also in der kindlichen Seele ein Geheimnis, in das wir nicht eindringen können, wenn das Kind selbst es uns nicht dadurch offenbart, dass es allmählich sich selbst aufbaut. Wieder haben wir es hier mit einer ähnlichen Erscheinung zu tun, wie bei der Zellteilung. Hier wie dort vollzieht sich die Entwicklung nach einem unsichtbaren Plan, der auf keine Weise zu erfassen ist und sich erst enthüllt, wenn die Bildung des Organismus in seinen Einzelheiten vor sich geht. So vermag uns nur das Kind selber zu enthüllen, welches der natürliche Bauplan des Menschen ist.“ (Maria Montessori, Kinder sind anders)

Entwicklungsabläufe sind von Beginn an in jedem Kind angelegt. Maria Montessori bezeichnet dies als immanenten Bauplan. So wie jeder Mensch anders aussieht und sich der Körper nach einem scheinbar unsichtbaren Plan aufbaut, ist es auch mit den nicht „physischen“ Entwicklungsbereichen. Das Kind enthüllt sich durch Beobachtung dem Erwachsenen. Dieser erkennt, wo es im Leben gerade steht und was es für seine Entwicklung benötigt.

„Man muss sich stets vor Augen halten, dass der Mensch sich nicht an der Universität entwickelt, sondern dass seine geistige Entwicklung bei der Geburt beginnt und in den ersten drei Jahren am stärksten ist. Diesen ersten drei Jahren gebührt mehr als allen anderen die Wachsamkeit.“ (Maria Montessori)

"Laufende" und "nicht-laufende" Kinder

Maria Montessori trennt den Bereich der 0-3 jährigen Kinder in nichtlaufende Kinder („nido“) und laufende Kinder („infant community“). Beide Bereiche haben große Unterschiede in Bezug auf die Raumausstattung, das Entwicklungsmaterial und die Grundbedürfnisse der Kinder.

Die Kinderkrippe Orangerie ist eine Einrichtung für „laufende Kinder“ im Alter von 12 Monaten bis drei Jahren. Um den Familien eine Sicherheit geben zu können, nehmen wir nach individueller Absprache auch Kinder mit einem Jahr auf, die zum Zeitpunkt des Eintritts in die Kinderkrippe noch nicht laufen.

Vorbereitete Umgebung

Eine gut vorbereite Umgebung gibt den Kindern Struktur, Sicherheit und Ordnung, um sich in diesem Rahmen möglichst frei und unabhängig entfalten zu können. So verspürt bereits das ganz junge Kind den Drang viele Dinge alleine und selbst tun.

Die Räumlichkeiten der Kinderkrippe Orangerie laden die Kinder durch eine klar ersichtliche Ordnungsstruktur mit altersgerechtem Mobiliar und Materialien zur eigenständigen Auseinandersetzung mit ihrer (Um-) Welt ein. Jedes Material hat seinen festen Platz in der Gruppe. Regelmäßig wird es auf Vollständigkeit und Ästhetik überprüft. Je nach Bedürfnis der Kinder wird es immer wieder ausgetauscht und erneuert. Neben den Entwicklungsmaterialien, den Bereichen der Musik, Kreativität, Sprache, Bewegung und Pflege der eigenen Person ist das ganz (all-) tägliche Leben ein wichtiger Baustein bei den 1-3 jährigen Kindern. Vieles was Eltern als „Hausarbeit“ tun, wird durch eine gut strukturierte vorbereite Umgebung in den Alltag eingebaut, um sie
gemeinsam mit den Kindern zu erleben.

Auch die Pädagogen/-innen selbst bilden ein wichtiges Element in einer gelungenen vorbereiteten Umgebung, die dem starken inneren Wunsch der Kinder gerecht wird:

„Hilf mir es selbst zu tun.“ (Maria Montessori)

 

"Der neue Erzieher"

Maria Montessori fasst mit dem Wort „Lehrer“ oder „Erzieher“ alle am Kind beteiligten erwachsenen Bezugspersonen zusammen. Für sie sind die Erzieher/-innen nicht die Autorität, die aus dem scheinbar unwissenden Kind einen gebildeten Menschen machen. Da der Mensch bereits alles in sich trägt, was er für seine Entwicklung braucht, sind die Erzieher/-innen vielmehr unterstützende Begleiter/-innen. Sie helfen die inneren und verborgenen Kräfte des Kindes zu wecken, um sich aus sich selbst heraus entwickeln zu können. Grundvoraussetzung ist hierfür die Beobachtung des Kindes.

Das wollen wir Erwachsene in der Krippe für die Kinder sein:
- Begleiter und Unterstützer, der dem Kind hilft, sich selbst zu begegnen mit seinen Wünschen, Bedürfnissen und Emotionen.
- hilfreich zur Seite stehen und wo nötig das Kind stützen, damit es seinen immanenten Bauplan entfalten kann.
- Vorbild sein, indem wir dem Kind eine authentische Persönlichkeit vorleben, geprägt mit gegenseitiger Wertschätzung und Achtung für den anderen.
- von Anfang an eine nachhaltige Erziehung, auch Wertschätzung gegenüber der Welt und der Schöpfung vorleben.

Arbeit des Kindes

Beobachtet man das Krippenkind, fällt sofort auf, dass es seine Tätigkeiten ebenso ernsthaft vollbringt wie der Erwachsene. Daher wird der Begriff „Spiel“ des Kindes in der Montessori-Pädagogik durch das Wort „Arbeit“ des Kindes ersetzt.

Der große Unterschied zwischen der Arbeit des Kindes und des Erwachsenen besteht darin, dass der Erwachsene die Arbeit mit einer festen Intention und im Hinblick auf das Ziel beginnt, während das Kind die Arbeit einfach aus der Tätigkeit selbst heraus tut. So möchte der Erwachsene den Esstisch abwischen, damit er gereinigt ist. Das Kind jedoch hat einfach Freude an der Tätigkeit des Wischens selbst und stellt irgendwann und „nebenbei“ fest, dass der Tisch nun sauber ist.

Freiarbeit

Die Freiarbeit ist das Kernstück der Montessori-Pädagogik. Freiarbeit bedeutet, dass sich das Kind in freier Wahl und Zeiteinteilung in der vorbereiteten Umgebung seine Arbeit, sein Arbeitsmaterial und seinen Arbeitsplatz selbst wählen kann. Durch die freie Wahl der Arbeit lernt das Kind in sich selbst hinein zu spüren. Was möchte ich machen? Was benötige ich dafür? Möchte ich alleine arbeiten, mit einem Erwachsenen oder mag ich bei den anderen Kindern mitmachen?

Freiarbeit heißt nicht, dass das Kind sich komplett selbst überlassen wird. In der grundlegenden Haltung der Beobachtung der Pädagogen/-innen stehen diese dem Kind liebevoll und unterstützend dabei zur Seite, sich selbst entfalten zu können. Selbstverständlich gibt es dabei auch Regeln. Maria Montessori hat dies „Freiheit und Disziplin“ genannt.

Freiheit erfährt also Begrenzungen durch:
- den jeweiligen Entwicklungsstand,
- die vorbereitete Umgebung (Raum und Material),
- die Gemeinschaft,
- kulturelle Regeln.

„Freiheit und Disziplin sind zwei Seiten einer Medaille.“ (Maria Montessori)


In der Krippe stehen Entwicklungsmaterialien, Bilderbücher, Musikinstrumente, Kreativmaterialien, Baumaterialien und Materialien zur Pflege der eigenen Person an ihrem Platz bereit. Die Materialien sind vollständig, so dass das Kind diese sofort benutzen kann, ohne lange darauf warten zu müssen, bis der Erwachsene alles bringt. In der Kinderkrippe Orangerie sind auch die Zubereitung des Frühstücks, Schlafen, das Ausruhen (nach individuellem Bedürfnis) und die Pflege der eigenen Person feste Bestandteile der Freiarbeitszeit.