Konzept Entwicklungsstufe II

Konzeption Jahrgangsstufen 1-6 (Entwicklungsstufe II)

1. Montessori-Grund- und Mittelschule Regensburg

1.1. Das sind wir

Sieben Grundschulgruppen mit je 25 Schüler/-innen, eine Gruppe mit 20 Schüler/-innen und drei jahrgangsgemischte Gruppen 5/6 mit je 22 bzw. 20 Schüler/-innen lernen tagtäglich in den Räumlichkeiten des Prüfeninger Schlosses in Regensburg. In jeder Gruppe arbeitet eine Lehrperson mit einer Freiarbeitskraft und eventuell einer zusätzlichen Schulbegleitung für die Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Unsere Klassen sind jahrgangsgemischte Gruppen. Wir sind eine staatlich genehmigte Schule, die neben der Montessori-Pädagogik mit dem staatlichen Lehrplan für bayerische Grundschulen arbeitet.

1.2. Unser Verständnis von Bildung

Ein achtsamer und respektvoller Umgang mit Kindern und Jugendlichen ist für uns oberstes Ziel. Wir begleiten und unterstützen die Kinder in ihrer Entwicklung und bei ihren Lernprozessen. 

1.3. Unsere Rolle als Lehrperson

„Der Lehrer muss passiv werden, damit das Kind aktiv werden kann.“ „Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen.“
(Maria Montessori)

Die Umgebung ist der Ort von dem die Lernimpulse ausgehen. Die Pädagogen/-innen haben die wichtige Aufgabe, diese vorzubereiten und dem Kind vorzustellen, d. h. ihm die Entwicklungsmaterialien mit großer Präzision zu zeigen. Die Pädagogen/-innen verstehen sich als Helfer, damit sich jedes Kind zu einer selbstständigen Persönlichkeit entwickeln kann. Sie zeigen Präsenz, beobachten und begleiten das Kind in respektvoller, zurückhaltender aber auch inspirierender Weise und stellen immer wieder den Bezug zum Kind her. Die Lehrkraft gibt Hilfestellung nur da, wo es nötig und gewünscht ist. Die Entwicklung des Kindes bestimmt das pädagogische Handeln.

1.4. Kosmische Erziehung

Natur und Kultur

Die Sterne, die Erde, die Gestirne, alle Formen des Lebens bilden in enger Beziehung untereinander ein Ganzes; und so eng ist diese Beziehung, dass wir keinen Stein begreifen können, ohne etwas von der großen Sonne zu begreifen! Keinen Gegenstand, den wir berühren, ein Atom oder eine Zelle, können wir erklären ohne Kenntnis des großen Universums. Welche bessere Antwort können wir diesen Wissensdurstigen geben?“ (M. Montessori, Kosmische Erziehung, S. 42)

Unsere Schule möchte den Kindern ermöglichen die Stellung des Menschen im Universum und in der Evolution des Lebens kennen zu lernen und zu begreifen, sowie einen Einblick in die Zusammenhänge aller Phänomene in der Natur zu gewinnen.

Die Kosmische Erziehung hat das Ziel, den Schülern eine Auseinandersetzung mit vielfältigen Sachthemen zu ermöglichen. Aspekte aus der Astronomie, Geografie, Geologie, Biologie, Physik, Chemie (in 5/6), Geschichte, … gehören ebenso dazu wie der Mensch mit seinen kulturellen Errungenschaften wie zum Beispiel der Religion, Kunst, Musik, der Schrift und der Mathematik. Dabei geht es uns nicht um das Auswendiglernen und das Anhäufen von Wissen, sondern um individuelle Erfahrungen und um das Wecken von Neugier und Entdeckerlust.

Drei Prinzipien sind von Bedeutung:

Die Orientierung am sinnlich erlebten Gegenstand: Die Kinder können die Phänomene der Natur und Kultur in die Hand nehmen, erfahren, erforschen, erkunden, um so einen direkten Kontakt zur Welt zu gewinnen.

Die Orientierung an der Ganzheit: Die Kinder bekommen immer wieder Überblicke über große Zusammenhänge, bevor sie sich detaillierten Teilgebieten widmen können (große und kleine Erzählungen).

„Einzelheiten zu lehren, bedeutet Verwirrung zu stiften. Die Beziehung unter den Dingen herzustellen, bedeutet Erkenntnisse zu vermitteln.“
(Maria Montessori, Kosmische Erziehung, S.125)

Orientierung an der Verantwortlichkeit des Menschen: Die Kinder lernen Zusammenhänge und Abhängigkeiten in der Natur und dem Kosmos kennen und haben so die Möglichkeit, die besondere und verantwortungsvolle Rolle des Menschen zu erlernen, zu verstehen und sie aktiv anzunehmen.

 

 

2. Grundlagen der täglichen Arbeit

2.1. Vorbereitete Umgebung

Mit der „vorbereiteten Umgebung“ schaffen wir Pädagogen/-innen ein Umfeld für die Kinder, damit sie zu einer tiefen Konzentration finden können, die notwendig für ihre Entwicklung ist. Das Material ist ein Helfer und Begleiter für die innere Arbeit des Kindes. Die Umgebung wird von uns Pädagogen/-innen mit großer Sorgfalt und Sachkenntnis vorbereitet.

Zur „vorbereiteten Umgebung“ gehören für uns Pädagogen/-innen nicht nur offene Regale mit Entwicklungsmaterialien und eine kindgerechte Einrichtung, sondern eine angenehme, entspannte  Atmosphäre, in der sich die Kinder wohl fühlen und in der sie ständig Inspirationen finden können. Damit das Arbeiten in einer solchen Lernumgebung gelingen kann, gibt es auch Regeln, die das soziale Zusammenleben bestimmen. Wir Pädagogen/-innen begleiten und unterstützen jedes Kind in seinem Entwicklungsprozess und geben Anregungen zur Erkundung und Erforschung der Natur und Kultur.

2.2. Sichtweise des Kindes

Bei uns steht das Kind mit seinen Entwicklungsbedürfnissen im Mittelpunkt des pädagogischen Handelns. Wir gehen davon aus, dass Kinder eigenständige Individuen auf ihrem Weg der Persönlichkeitsentwicklung sind und durch selbstständiges Handeln lernen. Jedes Kind ist eine eigenständige Persönlichkeit und wir wollen es je nach Entwicklungsstand in seinen jeweiligen Interessen unterstützen. Wir Pädagogen/-innen begleiten die individuellen Lernprozesse und bieten jedem Kind die Vielfalt der Montessori-Materialien an. Mit konkreten Gegenständen können unsere Kinder abstrakte Lerninhalte erkunden und begreifen.

Als Leitsatz der Montessori-Pädagogik für das Kind verstehen wir „Hilf mir es selbst zu tun“. Für das Schulalter möchten wir es noch ergänzen durch „Hilf mir, selbst zu denken“. Die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit vom Erwachsenen kann somit Schritt für Schritt entwickelt werden. Bei den Kindern werden verschiedene Freiheiten, die zur freien Wahl der Arbeit führen, ermöglicht. Freie Wahl des Materials, freie Wahl des Arbeitsplatzes, freie Wahl der Sozialform und freie Wahl der Zeit.

Diese Freiheit bedeutet für uns jedoch nicht, tun und lassen zu können, was man gerade will, sondern es bedeutet „Meister seiner selbst zu sein“. Das Ziel echter Freiheit ist für uns das selbstständige, eigenverantwortliche Kind.       

2.3. Jahrgangsmischung

„Unsere Schulen haben bewiesen, dass sich die Kinder verschiedenen Alters untereinander helfen; die Kleineren sehen, was die Größeren tun und bitten um Erläuterung (…), die Größeren werden zu Helden und Meistern und die Kleinen bewundern sie.“
(Maria Montessori)

Die Jahrgangsmischung ist ein wesentliches Merkmal unserer „Montessori-Schule für alle Kinder“. Durch das Zusammenleben in verschiedenen Altersstufen entsteht ein natürliches Umfeld, indem die Kinder und Jugendlichen sich in immer wieder wechselnden Rollen erfahren können. Ältere helfen Jüngeren und Jüngere achten den Wissensvorsprung der Älteren. Dies wirkt einer Fixierung von Rollen entgegen und hilft ein gutes Lern- und Arbeitsverhalten aufzubauen. Während in der Grundschule alle vier Jahrgangsstufen gemischt unterrichtet werden, umfassen die Mittelschulen jeweils nur zwei Jahrgangsstufen.

2.4. Inklusion

„Inklusion heißt, dass Schüler/-innen verschiedener Altersstufen, Begabungen und Temperamente miteinander lernen können, mit verschiedenen Stärken und Schwächen und mit unterschiedlichem Lern- und Entwicklungstempo.“
(Montessori- Landesverband, Positionspapier, Juli 2009)

Durch inklusive Pädagogik soll ein gemeinsames Leben und Lernen ermöglicht werden. Inklusive Leitprinzipien sind Chancengleichheit im Zugang zur Bildung und die individuelle Förderung bei individuellen Lernarrangements. Die Heterogenität der Menschen ist eine Selbstverständlichkeit und wird als Bereicherung erfahren. (Positionspapier des vds, Landesverband Bayern, 2009)

Das inklusive Schulmodell ist ein grundlegend humanistisches Anliegen, „eine Art Zukunftsperspektive, vielleicht sogar eine Utopie“ (Reinhard Lelgemann, 2007) und diese Vision wollen wir umsetzen.

2.5. Die Aufgaben der Pädagogen/-innen in der Freiarbeit

Unsere wichtigsten Aufgaben sind:
• liebevolle und achtsame Zuwendung
• Klarheit, Konsequenz und Ruhe im Umgang mit den Kindern
• die Unterstützung von Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Selbstvertrauen beim Kind
• Achtung vor den kindlichen Bedürfnissen
• genaue Beobachtung der kindlichen Entwicklung und eine transparente Dokumentation
• vielfältige Angebote zum richtigen Zeitpunkt durch Darbietungen („Samen streuen und den Keim der Wissenschaften legen“)
• klare Grenzen setzen

2.6. Leistungsbewertung

„Arbeit ist notwendig. Es darf nichts anderes sein als eine Passion. Der Mensch ist nur glücklich, wenn er etwas leistet.“
(Maria Montessori)

Jedes Kind leistet seinen eigenen Selbstaufbau. Das Schulkind leistet etwas, indem es sich eigenaktiv mit einem Thema, einem Lerngegenstand auseinandersetzt. Aus dieser Grundaussage leitet sich unser Verständnis von Leistung ab; Leistung kommt aus dem Kind, ist dynamisch, dient der Persönlichkeitsentfaltung und ist kein Auslesekriterium.

Es ist selbstverständlich, dass Kinder in der Schule etwas leisten. Sie wollen und können Leistungen erbringen. Aber Leistung ist kein absoluter Begriff: Jedes Kind kommt mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schule und startet folglich nicht bei null, sondern von seinem eigenen Entwicklungsstand aus. In unserer Schule kann jedes einzelne Kind seine Leistungsfähigkeit weiter entfalten. Ein einheitlicher, normierter Leistungsstand wird dabei nicht erzielt werden. Die erbrachte Leistung wird nicht an anderen Kindern oder einer, wie auch immer eher willkürlich festgesetzter Klassennorm gemessen, sondern in erster Linie am Kind bzw. der Sachlage selbst. Beobachtet und beurteilt werden die persönliche Anstrengung und der individuelle Lernfortschritt.

Das Kind darf Fehler machen. Wir alle machen Fehler. Ein Fehler ist kein Makel, sondern eine Chance im Lernprozess.

In unserer Schule gibt es verschiedene Arten von Leistungsbeobachtungen und Leistungsbewertungen. Der Lernfortschritt der Kinder wird schriftlich festgehalten. Über die Arbeit der Schüler/-innen führen die Pädagogen/-innen Aufzeichnungen. Diese dienen als Grundlage für die Leistungsbeschreibung, die in Form eines persönlichen Briefes an das Kind ausgegeben wird. In einem ausführlichen Brückengespräch zum Halbjahr findet in der Jahrgangsstufe 1-3 ein Austausch zwischen Kind, Eltern und Lehrperson statt. Außerdem erhalten die Eltern einen Einblick in den Lernfortschritt ihres Kindes durch den Besuch der Elternsprechstunde. Am Schuljahresende wird allen Kindern ein Abschlussbrief überreicht. Dieser enthält neben einer weiteren Leistungseinschätzung vor allem einen Rückblick auf die vielfältigen Erlebnisse und Erfahrungen, die die Schülerinnen und Schüler während des gesamten Schuljahres machen durften.

Höhepunkt am Ende der 4. Jahrgangsstufe ist die Präsentation der Abschlussarbeiten, welche von den Viertklasskindern über einen längeren Zeitraum vorbereitet wurden.

Bleiben die Kinder in der Montessori-Schule, findet gegen Ende des Schuljahres ein Übergabegespräch statt, an dem sowohl die Klassenleitung der Grundschule, die zukünftige Mittelschullehrkraft in 5/6 sowie die Eltern und das Kind teilnehmen.

In den Jahrgangsstufen 5-6 gibt es zum Halbjahr eine Rückmeldung zum Lern- und Arbeitsverhalten in Form eines sogenannten „Spiegelbriefes“ und zum Schuljahresende ein IzEL (= Information zum Entwicklungs- und Lernfortschritt).

 

2.7. Elternarbeit

Die Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen für die Kinder. Nur mit ihrer Zustimmung und Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit dem Kind, wie auch mit der Schule kann die Erziehungsarbeit in der Schule gelingen. Die Zusammenarbeit von Eltern und Pädagogen/-innen ist ein zentraler Baustein der Montessori-Schule. Unser Leitgedanke ist: „Wir reden miteinander und nicht übereinander“.

Wir wünschen uns, dass die Eltern die Montessori-Arbeit unterstützen, indem sie die Grundprinzipien mittragen und in ihren familiären Alltag mit einbeziehen. 

Über verschiedene Angebote (z. B. AufTAKT-Veranstaltungen, Tag der offenen Tür, Homepage, …) können die Eltern Einblicke in die Montessori-Pädagogik gewinnen und sich informieren.

2.8. Freie Arbeit

Je nach Alter und Entwicklungsstand entwickelt das Kind Interesse für unterschiedliche Tätigkeiten, die seine Entwicklung fördern. Ein Grundprinzip der Montessori-Pädagogik ist die freie Wahl der Arbeit. Das Kind wählt das Material, die Sozialform, den Arbeitsplatz und die Dauer der Arbeit.

Die Aufgabe der Pädagogen/-innen während der Freiarbeit umfasst die Vorbereitung der Umgebung sowie das Beobachten, Darbieten, Interagieren, Kommunizieren, Dokumentieren und Helfen.

„Beim Kind Samen zu streuen und den Keim der Wissenschaft zu legen.“
(Maria Montessori, Kosmische Erziehung, S. 38)

Auch in den Jahrgangsstufen 5/6 kommt entwicklungsgemäß der Materialarbeit in den Bereichen Deutsch, Mathematik und Kosmische Erziehung noch große Bedeutung zu. Der beginnenden Pubertät wird im kommunikativen Umgang Rechnung getragen.

 

2.9. Fachunterricht

An der Montessori-Grundschule gibt es keine Festlegung der einzelnen Fächer. Die Inhalte der Fachperspektiven wie Deutsch, Mathematik, Kunst, Biologie, Geografie, … werden im täglichen gemeinsamen Unterricht, in Präsentationen, eigener Materialarbeit, eigenen Forschungen, Gesprächskreisen oder Projekten erarbeitet.

Nur Fächer, die bestimmte Fachräume benötigen (Sport, Musik, Werken und Textiles Gestalten) oder Angebote, bei denen bestimmte Altersgruppen zusammengefasst werden (wie Religion oder Englisch), werden im Stundenplan für ein Schuljahr festgelegt. Das kommt speziell in diesen Fächern den emotionalen und körperlichen Altersunterschieden entgegen. Darüber hinaus bietet dieses gruppenübergreifende Konzept den Kindern auch die Chance, Freundschaften über die eigene Gruppe hinaus zu schließen.

2.10. Wochenstruktur Grundschule

Die Kinder haben 22 Stunden Gruppenunterricht in der altersgemischten Lerngruppe. Sie beinhaltet den ganzen Mathematik- und Deutschunterricht sowie die Bereiche Kunst, Biologie, Geografie, Geschichte und einen Teil des Englisch- und Musikunterrichts.

Gebundener Unterricht findet in der Freiarbeit in einzelnen Situationen statt, so etwa bei Englisch-, Musik- und Kunsteinheiten. Außerdem gibt es Projekte und Angebotstage.

Fachunterricht gibt es in den Fächern Sport, Werken und Textiles Gestalten (WTG) und Religion. In diesen Stunden werden die Jahrgangsstufen 1 und 2 sowie 3 und 4 zusammengefasst. Musik und Englisch gibt es für die Jahrgangsstufen 3 und 4 getrennt.

2.11. Waldtag / Draußentag (Jahrgangsstufe 1-4)

Kinder erleben die Natur als "Kreativraum" z. B. durch Schnitzen, Gestalten mit Naturmaterialien, Bauen von Lagern, Arbeiten mit Naturmaterialien im Stil einer künstlerischen "Land Art".

Kinder erleben die Natur auch als "inspirierenden Raum".

Kinder lernen die Natur als "Sozialraum" kennen durch gemeinsames Arbeiten und als Ergänzung zur Arbeit im Klassenraum in der Freiarbeit. Die Bildung von Freundschaften über die Klassengrenze hinaus spielt hierbei eine sehr bedeutende Rolle.

"Keine Beschreibung, kein Bild, kein Buch kann das wirkliche Sehen der Bäume mit dem ganzen Leben, das sich um sie herum in einem Wald abspielt, ersetzen. Die Bäume strömen etwas aus, das zur Seele spricht, etwas, das kein Buch, kein Museum vermitteln könnte.“ (Gedanken zur Kosmischen Erziehung von Maria Montessori, S. 42)

Wir finden es gerade heute von großer Bedeutung, dass Kinder ihre Natur wieder mehr wertschätzen können. Schule soll als Lebens- und Erfahrungsraum erlebt werden, das heißt zum Beispiel mit den Elementen umgehen, ein Feuer machen und hüten, Wasser stauen und ein tiefes Loch  graben, um unterschiedliche Erkenntnisse zu gewinnen.

2.12. Besondere Angebote

Unser Ziel an der Schule ist, Kultur an der Schule leben und Schule nicht nur als Lernort, sondern auch als Lebensort zu erfahren. Hierzu gibt es an der Montessori-Schule verschiedene, vielseitige Aktionen wie zum Beispiel Bastel- und Thementage, die Aufenthalte im Schullandheim und im Walderlebniszentrum, Skitage, das Sport- und Spielefest, Autorenlesungen, Theater- und Museumsbesuche und vieles mehr. Die Arbeit in der Freinet-Druckerei, in der die Kinder ihre selbstgeschriebenen Geschichten setzen und vervielfältigen können, stellt ebenfalls eine Bereicherung unseres Schulalltages dar.

Außerdem feiern wir gemeinsam Geburtstage und verschiedene andere Feste im Jahreskreislauf und erleben uns damit immer wieder als tragfähige Klassen- und Schulgemeinschaft. 

In den Jahrgangsstufen 5/6 versorgt eine inklusive Schülergruppe jeden Montag die gesamte Schule mit gesundem Pausenbrot.

2.13. Wochenstruktur 5-6

Die drei 5/6-Gruppen haben zwölf Stunden Freiarbeit in der altersgemischten Lerngruppe. Sie beinhaltet einen Teil des Faches Deutsch sowie den ganzen Mathematikunterricht und die Kosmische Erziehung (GSE, PCB, Arbeit-Wirtschaft-Technik).

Gebundenen Unterricht und Fachunterricht gibt es in den Fächern Deutsch, Englisch, Sport, Werken und Gestalten, Religion und Ethik, Musik und Kunsterziehung. In diesen Fächern wird z. T. in jahrgangshomogenen Gruppen unterrichtet.

2.14. Praktika (Jahrgangsstufe 5-6)

Erste Ansätze der für die Jugendstufe charakteristischen Merkmale, wie z. B. das Berufspraktikum und praxisorientierter Zugang zu verschiedenen theoretischen Themen, bereiten auf die nächste Entwicklungsphase vor.

In der 5. Jahrgangsstufe absolvieren die Schüler/-innen ein einwöchiges Praktikum in einem Betrieb der „Urproduktion“ (Land-, Forst-, Fischwirtschaft, Imkerei, Gärtnerei)

In der 6. Jahrgangsstufe erhalten die Schüler/-innen durch das Praktikum einen Einblick in den Bereich „Soziales“ (Krippe, Kindergarten, Seniorenresidenz, …)

2.15. Hausaufgaben

Hausaufgaben dienen in erster Linie der Übung und der Vertiefung des individuell erarbeiteten Lernstoffes. Trotz der vielen Übungsmöglichkeiten, die das Montessori-Material bietet, ist die häusliche Übung wichtig – bei dem einen Kind mehr, beim anderen weniger. Eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Eltern und Pädagogen/-innen ist dabei bedeutend. Hausaufgaben berücksichtigen den individuellen Entwicklungsstand des Kindes und sind in der Regel nicht für alle Kinder gleich. Sie werden überwiegend als Wochenhausaufgaben erteilt.